GD - Online S. Reitamo: Tacrolimus bei atopischer Dermatitis
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Tacrolimus in der Behandlung der atopischen Dermatitis

Prof. Dr. Sakari Reitamo, Department of Dermatology, University Hospital, Helsinki, Finnland

Tacrolimus ist die erste Substanz einer neuen Klasse von topischen Immunmodulatoren für die Behandlung der atopischen Dermatitis. Tacrolimus gehört zur Gruppe der Makrolide. Die lokale Wirkung von Tacrolimus auf die Haut der Patienten mit atopischer Dermatitis wird über verschiedene Zelltypen des Immunsystems, wie z.B. T-Zellen, antigen-präsentierenden Zellen und inflammatorische Zellen vermittelt.

Bislang wurden mehrere randomisierte Studien mit Tacrolimus über kurz- und langfristige Beobachtungszeiträume durchgeführt. Kurzzeittherapie-Studien mit Tacrolimus zeigt hohe Wirkungsraten. Eine Besserung trat im allgemeinen schon innerhalb der ersten Tage nach Beginn der Behandlung auf. Die einzig nennenswerte Nebenwirkung war eine lokal begrenzte Hautirritation, die nach den ersten Tagen vollständig reversibel war.

In Europa wurde eine multizentrische, nicht vergleichende Studie bei Erwachsenen mit mässig bis schwerer atopischer Dermatitis durchgeführt, an der insgesamt 316 Patienten teilnahmen (Anwendung einer 0,1 %igen Tacrolimus-Salbe bis zu einem Jahr). Die Tacrolimus-Salbe zeigte eine gute Verträglichkeit und Wirkung. Die klinische Besserung stieg kontinuierlich in den ersten Behandlungsmonaten und blieb unter der Langzeitbehandlung erhalten. Eine selbstlimitierte lokale Hautirritation war die häufigste Nebenwirkung. Eine frühere Studie, die an der Helsinki Universitäts- Zentralklinik durchgeführt wurde, zeigte eine signifikante Besserung nach zwei Wochen, wobei innerhalb von zwei Wochen nach Absetzen der Therapie die ersten Symptome wieder auftraten. Die Resultate der Langzeitstudie zeigten eine anhaltende klinische Besserung. Zudem wurde in der Langzeitphase weniger Salbe benötigt. Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Verträglichkeit ist die Frage, ob Tacrolimus nur lokal wirkt oder ob es durch die Haut resorbiert wird und folglich eine systemische immunsuppressive Wirkung hat. Der Recall-Antigen-Test, eine Methode zur Analyse der zellulären Immunität, zeigte keinen Einfluss von Tacrolimus auf das zirkulierende Immunsystem. Die Resultate nach sechs und zwölf Monaten unter Tacrolimus waren im Durchschnitt die gleichen wie vor der Behandlung.

Die Nebenwirkungen der topischen Steroide auf die Kollagensynthese sind bekannt. Die Kollagensynthese kann durch die Bestimmung von Kollagen-Prekursoren gemessen werden. Eine verblindete komparative Studie zwischen Tacrolimus, Betamethason und Plazebo zeigte, dass Tacrolimus keinen Effekt auf die Kollagensynthese hat, während Betamethason das Procollagen I um etwa 20% und das Procollagen III um etwa 40% reduziert. Zusätzlich verursachte Betamethason, im Gegensatz zu Tacrolismus, eine Abnahme der Hautdicke von 7 - 8 %.


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