GD - Online W. Sterry : Neue Therapieoptionen durch TLR-Agonisten
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 Prof. Dr. med. Wolfgang Sterry

Topische Immunstimulatoren in der Dermatologie: Neue Therapieoptionen durch TLR-Agonisten

Klinik für Dermatologie Universitätsklinikum Charité, Berlin

Toll-Like-Rezeptoren sind phylogenetisch hoch konservierte Rezeptoren für mikrobielle Strukturen, die auf der Zelloberfläche exprimiert werden. Unter den identifizierten mikrobiellen Bestandteilen sind Lipide, Kohlenhydrate, Proteine, aber auch DNA. Besonders bemerkenswert ist, dass Toll-Like-Rezeptoren nicht nur wie Antikörper ganz spezifische Strukturen erkennen, sondern eher Muster von Molekülen. Derzeit sind neun verschiedene Toll-Like-Rezeptoren beim Menschen bekannt.

Durch Aktivierung eines Toll-Like-Rezeptors kommt es zu einer Zytokinproduktion und somit zur Aktivierung des angeborenen und später auch des erworbenen Immunsystems im entsprechenden Areal. Nach initialer Zytokinfreisetzung, besonders Interleukin I und TNF-Alpha, werden Makrophagen aktiviert, Lymphozyten und Granolozyten angelockt und über die Lymphozyteneinwanderung später auch die Möglichkeit für die Mitbeteiligung des erworbenen Immunsystems geschaffen. Besonders bemerkenswert ist, dass derartige TLR-Agonisten topisch, aber auch intrafokal appliziert werden können.

Imiquimod ist ein Agonist des Tolla-Like-Rezeptors 7. Nachdem Imiquimod bereits zur Behandlung von virusinduzierten Papillomen im Genitalbereich zugelassen ist, haben nun zahlreiche Studien gezeigt, dass auch In-situ-Karzinome und oberflächliche Basaliome sehr gut auf eine topische Therapie mit Imiquimod ansprechen.

Ein anderes Therapieverfahren, welches in der Entwicklung noch nicht ganz soweit fortgeschritten ist, ist die Anwendung von CpG-reichen Oligonukleotiden, die eine bakterielle DNA simulieren. Derartige CpG-Oligonukleotide werden experimentell intrafokal in Hauttumoren injiziert und induzieren dort ebenfalls eine Regression.

Der Einsatz von Toll-Like-Rezeptoragonisten kann kaum überschätzt werden und stellt eine große therapeutische Möglichkeit nicht nur für die Dermatologie, sondern auch für zahlreiche andere Fachdisziplinen dar.

Prof. Dr. med. Wolfgang Sterry

Foto: GD Gesellschaft für Dermopharmazie

 

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