GD - Online K-H. Nietsch: Topische Glukokortikoide
Suchen | Feedback | Inhalt
 Druckseite oder Abstracts 2001
English
Home
 
 
 
Weitere Links:
 
 
 
 
 
 
 

Karl-Heinz Nietsch

Hauttoxikologische Bewertung unterschiedlicher mittelstarker topischer Glukokortikoide mittels hochfrequentem Ultraschall

Aventis Pharma Deutschland GmbH, Bad Soden

Zu den in der Dermatologie am häufigsten eingesetzten Therapeutika gehören topisch angewandte Glukokortikosteroide. Im Fall einer längerfristigen Behandlung, wie sie bei chronisch-entzündlichen Dermatosen unvermeidbar ist, muss das unterschiedliche atrophogene Potential verschiedener Kortikosteroide berücksichtigt werden. Erfahrungen mit konventionellen halogenierten Kortikosteroiden zeigen, dass eine starke antientzündliche Wirkung mit einer starken antiproliferativen Potenz gekoppelt ist. Der Wunsch, erwünschte und unerwünschte Steroidwirkungen zu trennen, führte zur Entwicklung neuer, halogenfreier Kortikosteroide, dessen erster Vertreter das doppelt-veresterte Prednicarbat ist.

Um das Risiko der atrophogenen Potenz eines Kortikosteroids für die klinische Praxis abschätzen zu können, bietet sich als brauchbarer Parameter die direkte Messung der Hautdicke an. Objektivierbare Ergebnisse liefert die Hautdickenmessung mittels Ultraschall. In verschiedenen Studien wurde für Prednicarbat nach offener Anwendung über 6 Wochen ein geringeres atrophogenes Potenzial als für halogenierte Steroide vergleichbarer Wirkstärke nachgewiesen (Dykes et al. 1987, Korting et al. 1992, Schäfer-Korting et al. 1993). Für das zuletzt auf dem Markt erschienene halogenierte Mometason lagen bisher noch keine vergleichenden Daten vor. Eine Einordnung dieser Substanz sollte deshalb in einer vergleichenden Studie vorgenommen werden.

In einer doppelblinden, randomisierten, intraindividuellen Studie wurden 24 Probanden unter standardisierten Bedingungen mit Prednicarbat 0,25% Salbe, Betamethason-17-valerat 0,1 % Salbe und Mometasonfuroat 0,1% Salbe über eine Zeitraum von 6 Wochen 2 x täglich in vormarkierten Feldern der Armbeuge behandelt. Die Veränderung der Hautdicke wurde mittels eines Hautsonographen (DUB 20S/DUB 50S) ermittelt. Kontrolluntersuchungen wurden in wöchentlichem Abstand durchgeführt. Parallel hierzu erfolgte eine visuelle Beurteilung hinsichtlich des Auftretens von Atrophiezeichen nach einem 5-Punkte-Score. Ergebnisse: Die Sonographie zeigte bei der als Kontrolle mitlaufenden Salbengrundlage von Prednicarbat praktisch keine Veränderung der Hautdicke (1%). Die prozentuale Abnahme der Hautdicke war in den mit Prednicarbat 0,25% Salbe behandelten Testfeldern geringer als in den mit den Vergleichssubstanzen behandelten Feldern. Die maximale Abnahme der Hautdicke wurde am Tag 36 für alle drei Testsubstanzen erreicht (Prednicarbat 13%, Mometason 17%, Betamethason 24%). Der Vergleich zwischen Prednicarbat und den anderen Kortikosteroiden zeigte einen hochsignifikanten Unterschied mit dünnerer Haut in den mit Mometason ( p= 0,0061) sowie Betamethason (p< 0,0001) behandelten Feldern (Abbildung). Keine Zeichen von Atrophien oder Teleangiektasien wurden in den mit Prednicarbat oder dem Vehikel behandelten Feldern beobachtet. Anzeichen von Atrophie (Score 1) wurden bei zwei Probanden in den mit Mometason und Betamethason behandelten Feldern gesehen. Für Mometason wurden Teleangieektasien (Score 1) bei zwei Probanden an Tag 22 und an Tag 29 festgestellt. Ebenso konnten bei Betamethason Anzeichen von Teleangieektasien bei zwei Probanden an den Prüftagen 29 und 36 beobachtet werden.

Abbildung
Abnahme der Hautdicke (Mittelwert ± Standardabweichung) nach 6wöchiger, offener Anwendung von (A) Prednicarbat 0,25% Salbe, (B) Mometasonfuroat 0,1% Salbe und Betametason-17-valerat 0,1 % Salbe



Literatur

1. Dykes, P. J., Hill, S., and Marks, R. (1988): Assessment of the atrophogenicity potential of corticosteroids by ultrasound and by epidermal biopsy under occlusive and nonocclusive conditrions; in Topical corticosteroid therapy: a novel approach to safer drugs, edited by E. Christophers et. Al., Raven Press, Ltd. New York
2. Korting, H.C. et al. (1992): 0.025% prednicarbate cream and the corresponding vehicle induce less skin atrophy than 0.1% betamethasone-17-valerate cream and 0.05% clobetasol-17-propionate cream; Eur. J. Clin. Pharmacol. 42, 159 - 161
3. Schaefer-Korting, M., Korting, H.C., Kerscher, M. J., and Lenhard, S. (1993): Prednicarbate activity and benefit/risk ratio to other topical glucocorticoids.; Clin. Pharmacol. Ther. 54, 448 - 456


Dr. Karl-Heinz Nietsch



nach oben

 

   Copyright © 2000 - 2011
Institute for Dermopharmacy GmbH
webmaster@gd-online.de
Impressum
Haftungsausschluss